Ihr Lieben,

Ich bin in Australien! Hier war ich das letzte Mal vor knapp acht Jahren und nachdem ich mein Jetlag endlich überwunden habe, freu ich mich nun auch tatsächlich, mal wieder in diesen Gefilden gelandet zu sein – vor allem weil in Deutschland ja langsam aber sicher der Winter Einzug hält…

Wir pendeln diesen Monat zwischen Brisbane, wo das safariFRANK Office ist, und Byron Bay, wo der Strand ist. Work-Life-Balance ist demnach recht ausgeglichen momentan 😉

Ich muss aber dennoch sagen, dass mir Afrika so langsam richtig fehlt. Mitte Dezember geht es zurück. Frank und ich werden Weihnachten zu zweit im Busch verbringen. Ich freu mich riesig drauf!

Jetzt aber zum eigentlichen Thema:

Warum herrscht hier Funkstille?

Es ist momentan ruhig auf Wonderful Wild – zumindest was den Blog selbst angeht. Vor allem auf Instagram bin ich nach wie vor recht aktiv. Aber warum herrscht auf dem Blog selbst Funkstille?

Kurzum: Bloggen nervt mich. 

Ich sage es ganz ehrlich: Ich habe den Spaß am Bloggen verloren und kann mich nicht mehr dazu überwinden, neue Artikel zu schreiben. Das finde ich einerseits natürlich wahnsinnig schade; andererseits ändert das aber trotzdem nichts an meiner Schreibfaulheit.

Aber warum nervt mich das Bloggen auf einmal? War es doch früher, vor allem auf Bedouin Writer, so ein wichtiges Mittel, um meinen Gedanken Raum zu verschaffen.

Die Gründe:

  • Mein „schriftstellerischer“ Anspruch an die Artikel war zu hoch. Von Anfang an habe ich mir immer extrem viel Mühe mit meinen Artikeln geben wollen. Sie waren immer deutlich länger als das im Internet der Fall sein sollte; sie waren mehr Kurzgeschichten; Fabeln vom Reisen; und immer die „schönste“ mir mögliche Variante, um meine Gedanken auszudrücken. So zu schreiben, kostet unglaublich viel Zeit und Muße. Gleichermaßen habe ich aber mehr und mehr das Gefühl, dass das Internet nicht der richtige Ort für diese ausführlichen Gedankengänge ist.
  • Filmen und Fotografieren macht mehr Spaß! Versteht mich nicht falsch: Ich liebe das Schreiben. Und auch wenn es hart war, so muss ich doch sagen, dass es für mich das Größte und Tollste war, Anfang des Jahres mein Buch „Frühstück mit Elefanten“ Nacht für Nacht zu Papier zu bringen. Und ich hoffe, dass ich in Zukunft noch sehr viel mehr längere Schreibprojekte umsetzen kann. Es gibt auf jeden Fall genug Stoff für eine Elefanten-Fortsetzung 😉 Seit langer Zeit schon fliegt außerdem eine Idee für ein Kinderbuch durch meinen Kopf…  Dennoch muss ich zugeben: Für das Internet halte ich Schreiben einfach nicht mehr für das beste Medium, um mich mitzuteilen. Frank und ich schmieden deshalb derzeit Pläne, um euch auf andere Art und Weise unsere Geschichten aus Afrika zu präsentieren… stay tuned 😉
  • Ich will keine 10-Dinge-die-du-unbedingt-machen-musst-Artikel schreiben. Mein größtes Problem mit dem Bloggen? Es geht ja auch immer irgendwie darum, möglichst kurzweilige, internet-freundliche Artikel zu schreiben. Und da funktioniert nunmal nicht alles. Schon gar nicht meine Art zu schreiben. Es geht um Reichweite und auch darum, einen Mehrwert für den Leser zu bieten, damit dieser neugierig wird und bitte, bitte, bitte heute auf meinen Link klickt, anstatt auf die Millionen anderen, die zur Auswahl stehen. Ich habe an dieser Art von Artikeln aber leider keinen Spaß. Fällt also auch raus.
  • Es ist halt einfach mal alles gut zur Zeit :-). Das Bloggen war für mich vor allem auch immer eine Möglichkeit, um mich mitzuteilen und um meinen Gedanken und Sorgen Luft zu machen. Für eine echte Leserschaft zu schreiben, hilft ja ungemein, um das eigene Kopfchaos zu ordnen – und manchmal fühlt sich nichts besser an, als zu hören: „Ey, du sprichst mir aus der Seele!“ oder „Mir geht es da ganz genau so wie dir!“ Ich muss aber tatsächlich zugeben, dass ich diese, nun ja, Bestätigung nicht mehr brauche. Die Stimmen in meinem Kopf sind still. Ich habe das Gefühl, meinen Platz in dieser Welt gefunden zu haben. Ja, es ist halt einfach mal alles gut zur Zeit. Darum habe ich momentan einfach wenig zu sagen.

Die Folge:

… Soll ich den Blog aufgeben? 

Hab ich mich in den letzten Wochen oft gefragt. Warum soll ich hier monatlich meine „Standmiete“ bezahlen, wenn ich gleichzeitig aber nichts anbiete?

Meine Zukunft wird in meiner Tätigkeit als Safari Guide liegen. Für 2017 kommen so langsam immer mehr Touren rein, die Frank und ich zusammen als private Guides durch Südafrika, Botswana, Sambia und Namibia führen werden. Aufgrund der großen Nachfrage zu meiner Buch-Safari wird es hierfür übrigens sogar einen zweiten Termin im September geben!

Der ursprüngliche Traum, mit dem Bloggen mein Geld zu verdienen, ist mittlerweile dem Traum von Afrika gewichen…

Ich habe mich nun aber trotzdem dagegen entschieden, den Blog aufzugeben.

Die Zukunft:

Stattdessen will ich in Zukunft einen neuen (…alten?) Ansatz versuchen: Ich will das Bloggen für mich wieder zurückbringen zu den Wurzeln. Wonderful Wild soll in Zukunft wieder das werden, was Blogs ursprünglich mal waren: Ein Tagebuch. Ehrlich. Einfach. Auf den Punkt. Wenn ich es selbst ganz ehrlich sagen soll: Einer der wenigen Blogs, den ich gerne lese, ist dieser hier:

https://captainsblogafrica.wordpress.com

Das simple Tagebuch eines Busch-Piloten in Afrika. Herrlich.

Dahin will ich auch wieder kommen. Keine aufwendig recherchierten Artikel mehr; keine ausgefeilten Kurzgeschichten oder tiefgründige Gedankengänge. Hier soll es in Zukunft ganz einfache Tagebucheinträge geben über das Leben auf Safari. Frank und ich werden in den nächsten Monaten viel unterwegs sein und neben Afrika auch immer wieder in Europa und Australien unterwegs sein. Es wird viel zu erzählen geben, so viel ist also sicher.

Ich hoffe, euch auf diese Art mehr vom Safari-Alltag zeigen zu können, den ich so sehr lieb gewonnen habe. Und gleichzeitig hoffentlich den Spaß am Bloggen wieder für mich zu entdecken.

Es wird ein Experiment. Mal sehen, ob es was wird.

Ich hoffe, ihr seid weiterhin dabei :-)

Liebe Grüße aus Brisbane,

Eure Gesa