Australien – Hommage an mein jüngeres Ich.

 

Unsere Zeit hier in Australien nähert sich langsam dem Ende. Nächste Woche geht es zurück in den Busch – ich kann es kaum mehr erwarten. Die Zeit in Australien war für mich persönlich aber sehr wichtig. Denn hierher führte mich vor knapp neun Jahren meine allererste Langzeitreise. Es war also fast wie ein Heimkommen.

Wie so viele andere hatte ich mir ein Jahr „Work and Travel“ vorgenommen. Es ist ein ganz merkwürdiges, aber gleichzeitig auch tolles Gefühl, jetzt an einige der Orte zurückzukehren, die ich damals als junge Frau besucht habe. Ich erinnere mich noch ganz genau an all die Ängste, die ich damals hatte. Da war so viel Ungewissheit, so viel Sorge um die Zukunft, aber gleichzeitig auch ganz viel Momentum und Kraft, aus dieser wirren Zeit mit Stärke und Selbstvertrauen rauszukommen.

Mir wird erst heute klar, dass ich bei all dem Durcheinander und all der Selbstsuche dieses tolle Land gar nicht wirklich genießen konnte. Im Moment leben war gar nicht möglich, bei all den Fragen, die nach Antworten verlangten.

Dieses mal ist das ganz anders. Dieses Mal bin ich ganz hier. Nachdem mein Buch im September erschienen ist, war es so ziemlich das einzige, was mich in Deutschland beschäftigt hatte. Und auch, wenn das eine ganz einmalige Erfahrung war, hat es mich doch vor allem kreativ etwas ausgelaugt. Das muss wohl auch mit dem kalten Wetter in Deutschland zusammenhängen – und der Tatsache, dass ich in Berlin die meiste Zeit drinnen verbringe.

In Australien konnte ich in den letzten Wochen ordentlich Sonne tanken; ich war so oft ich konnte im Meer schwimmen und habe mir viel Zeit für mich genommen.

Was mir momentan ganz besonders viel Spaß macht, ist endlich wieder das Lesen! Das ist in den letzten Jahren (Jahren? Ja wirklich, Jahren!) tatsächlich etwas zu kurz gekommen. Wenn ich las, dann eigentlich nur Fachliteratur über den afrikanischen Busch.

Meine Lese-Vorlieben haben sich in den letzten Jahren stark geändert. Las ich früher hauptsächlich Fiktion, kommen mir heutzutage fast ausschließlich nur noch Sachbücher, Erlebnisberichte oder Biografien ins Bücherregal. Echte Geschichten begeistern mich dieser Tage einfach mehr.

Das Lesen bringt mir momentan außerdem so viel Spaß, weil ich mir einen kleinen Luxus gegönnt habe: Ich habe jetzt einen Kindle… Nun muss ich zugeben, dass ich selbst jahrelang absolut dagegen war, meine geliebten echten Bücher gegen ein technisches Gerät einzutauschen – Ich stehe nach wie vor zu dieser Nostalgie und mein Kindle wird nie meine Lieblings-Bücher in gedruckter Form ersetzen können. Doch gerade für die Anhäufung von Wissen und das Finden neuer Sachbücher ist der Kindle einfach genial! – Und so praktisch, wenn man viel unterwegs ist. Ich lese so viel wie schon lange nicht mehr dank dieses kleinen Wundergeräts!

Falls es euch interessiert, welche Bücher ich zurzeit lese – hier kommt mal eine kleine Auswahl:

 

Südafrika – Unser Alltag im Busch.

 

Und noch einen anderen Luxus gönne ich mir im Moment: Ich beschäftige mich viel damit, mir ein schönes und gesundes Leben aufzubauen. Und das beginnt ja bekanntlich im Inneren. War ich in den letzten Jahren immer davon getrieben, „anzukommen“, versuche ich jetzt mal, den Fokus mehr auf den Alltag zu legen.

Dinge, für die ich sonst nie die Ruhe oder den Nerv hatte, finden jetzt endlich Platz. Ich koche viel und probiere neue Rezepte aus; mache Yoga und versuche mich im Meditieren. Das hat für mich gar keinen spirituellen Hintergrund, sondern ist vielmehr der Versuch, mein sonst so lautes Hirn endlich mal abzustellen. Ich denke eigentlich irgendwie immer – und davon hätte ich gern mal ein bisschen Ruhe.

Das mit dem Essen versuche ich schon lange zu einer Priorität zu machen. Ich weiß, dass viele der Dinge, die ich so zu mir nehme, nicht gut für mich sind. Meistens aus Faulheit greife ich zu den falschen Lebensmitteln – einfach nur weil’s schnell gehen soll. Gesundes Essen wird langsam, aber sicher zu einer neuen Priorität von mir.

Vielleicht freue ich mich gerade deshalb so sehr auf unseren Alltag im Busch, der nächste Woche endlich anfängt. Wisst ihr, draußen in der afrikanischen Wildnis ist es einfach etwas leichter, ein gesundes, simples Leben zu führen:

  • Wir sind den ganzen Tag in der Natur, an der frischen Luft
  • Die Sonne scheint
  • Wir kochen selbst – und zwar ganz einfache Mahlzeiten mit guten Zutaten
  • Ich spiele dort viel Gitarre und singe – Balsam für die Seele
  • Internet gibt es dort höchstens einmal am Tag
  • Fernsehen gibt es gar nicht
  • Wir lernen jeden Tag Neues über die Tierwelt; lesen und studieren viel
  • Kaum ein Tag vergeht, an dem wir keinen Elefanten sehen
  • Unser Alltag folgt dem natürlichen Kreislauf der Sonne
  • Wir bekommen genügend Schlaf

 

Es ist Leben in seiner einfachsten Form. Darauf freue ich mich.

Das nächste Update kommt dann also wieder aus meiner Wahlheimat.

Bis dahin sende ich euch herzliche Grüße,

Eure Gesa