Bei einer Safari in Afrika geht es ganz bestimmt um mehr als um die Big 5 – die fünf Spezies der großen Wildtiere. Es gibt so viel  mehr zu entdecken, wenn das Verlangen nach den ganz Großen erst einmal gestillt ist. Für viele sind die Big 5 dennoch das A und O einer Safari. Darum habe ich im Folgenden mal meine Lieblings-Fakten über Afrikas große Wildtiere zusammengefasst…

Der Begriff „Big 5“ stammt noch aus Zeiten der Großwildjagd. Die Jäger definierten so die fünf am Schwierigsten zu erlegenden Tiere. In der heutigen Zeit, in der Wilderei ein riesiges Problem darstellt und viele der Big 5 vom Aussterben bedroht sind, erscheint dies mehr als falsch. Aber Gott sei Dank schießen heutzutage zumindest die meisten Safari-Gäste nur noch Fotos…

1. Big 5 – Löwen:

  • Löwen sind die wohl Faulsten der großen Wildkatzen. Sie verbringen im Durchschnitt 16-20 Stunden am Tag dösend. Sie müssen ihre Energie schonen, um während der kälteren Tageszeit jagen zu können und ihr Revier zu verteidigen – ersteres ist im Allgemeinen die Aufgabe der Weibchen. Für das Revier sind die Männchen zuständig.
  • Ein männlicher Löwe wird im Schnitt 14 Jahre alt. Im Vergleich: Ein Zebra kann bis zu 25 Jahren alt werden – also, natürlich nur, wenn sie vorher nicht vom Löwen gefressen werden…
  • Der Paarungsakt dauert bei Löwen nicht länger als eine Minute – dafür wiederholen sie das Spiel aber alle 15 – 30 Minuten für mehrere Tage. Eine ermüdende Angelegenheit. Aber muss ja gemacht werden :-)
  • Löwen jagen im Rudel, um größere Erfolgschancen zu haben. Alleine jagt sich so eine Antilope nämlich um einiges schwieriger. Im Schnitt führt jede zweite Jagd zum Erfolg. 
  • Wenn Wasser vorhanden ist, trinken die meisten Löwen einmal täglich. Sie können es aber bis zu fünf Tage ohne Wasser aushalten, wenn sie müssen. Flüssigkeit bekommen sie außerdem aus den Innereien ihrer Beute. 

big 5 löwe

2. Big 5 – Elefanten:

  • Der älteste Elefant auf Erden, von dem wir wissen, wurde 86 Jahre alt (1917 – 2003). Im Durschnitt werden Elefanten zwischen 50 und 70 Jahren alt. Leider ist dies aber immer seltener der Fall, da viele Elefanten für ihr Elfenbein getötet werden.
  • Ein Elefant ist schwanger für 22 Monate – das ist damit die längste Schwangerschaft der Welt!
  • Im Normalfall schlafen Elefanten nur 2-3 Stunden am Tag. 
  • Im groben Schnitt verputzt ein erwachsener Elefant bis zu 300kg Nahrung und trinkt ungefähr 160 Liter Wasser am Tag. 
  • Elefanten trauern um ihre verstorbenen Verwandten und kehren an die Stelle zurück, wo die Überreste eines Familienmitglieds liegen. Hier streicheln sie die Knochen mit ihren Rüsseln und berühren die Schädel und Stoßzähne zärtlich.
  • Elefanten können zwischen menschlichen Sprachen und Stimmen, sowie Geschlechtern und dem Alter von Menschen unterscheiden.
  • Elefanten können schwimmen. Dabei benutzen sie ihren Rüssel wie einen Schnorchel im tiefen Wasser.
  • Das Wort „Elefant“ kommt aus dem Griechischen. „Elephas” bedeutet „Elfenbein“.
  • Elefanten und Hunde zählen bis dato zu den einzigen Tieren, die instinktiv die Geste des Zeigens zu verstehen scheinen.

big 5 elefant

3. Big 5 – Nashörner:

  • Das Breitmaulnashorn ist die größte Nashorn-Spezies und kann bis zu 3500 kg wiegen. Es ist nach dem Elefanten das zweitgrößte an Land lebende Säugetier. Elefanten können bis zu 7000 kg schwer werden.
  • Die Haut eines Nashorn ist zwar sehr dick, aber auch sehr sensibel. Sie können schnell Sonnenbrand oder Insektenstiche bekommen – weshalb sie sich mit Vorliebe im Matsch suhlen. Der getrocknete Matsch auf der Haut dient dann als Instekten- und Sonnenschutz zugleich – so machen es im Übrigen auch die Elefanten und Büffel.
  • Nashörner sind zwar groß, haben aber im Vergleich zu ihrer Körpergröße und ihrem Umfang sehr kleine Gehirne. Aber das heißt nicht, dass sie dumm sind 😉
  • Nashorn-Horn besteht aus einem Protein namens Keratin – die gleiche Substanz, die in menschlichen Fingernägeln oder Haaren steckt. Das Horn ist demnach also kein Knochen und nicht mit dem Schädel verbunden. Es ist auch nicht innen hohl, wie zum Beispiel die Stoßzähne von Elefanten es sind. Nashorn-Horn ist quasi ein großer Haufen Haare – und hat demnach keinerlei medizinische Wirkung – was man aber leider in einigen asiatischen Ländern glaubt. Diese Länder sind der größte Abnehmer von illegal verkauftem Horn, für das die Nashörner brutal abgeschlachtet werden. Und aufgrund dessen vom Aussterben bedroht sind.  
  • Nashörner habe sehr schlechte Augen, aber ihr Gehör- und Geruchssinn sind exzellent. Ein Nashorn kann mitunter Schwierigkeiten haben, einen Menschen 20 Meter vor ihm zu  erblicken – sollte die Person aber auch nur den leisesten Mucks von sich geben, ist das Nashorn ohne Probleme in der Lage, sie zu hören – auch von wesentlich weiter weg!
  • Nashörner hinterlassen geheime Botschaften in ihrem Mist. Jedes Nashorn hat eine eigene Duftnote, die andere Nashörner unterscheiden können.

big 5 nashorn

4. Big 5 – Büffel:

  • Ein Bulle braucht im Schnitt bis zu acht Jahre, bis er in der Hierarchie weit genug aufgestiegen ist, um sich zum ersten Mal paaren zu dürfen.
  • Der Bund zwischen Mutter und Kalb bei Büffeln ist wahnsinnig stark. Das Kalb ist während des ersten Jahres beinah komplett auf die Mutter angewiesen und lebt sehr lange von der Muttermilch.
  • Büffel haben ein sehr gutes Gedächtnis. So erinnert sich ein Büffel oftmals an ein bestimmtes Rudel oder auch bestimmte Menschen, die ihn in der Vergangenheit verletzt haben – und greift während einer erneuten Begegnung ohne Weiteres an.
  • Erwachsene Bullen verlieren im hohen Alter ihr Fell. Um sich vor der Sonne und vor Insekten zu schützen, suhlen sie sich – genau wie Nashörner – sehr gern im Schlamm. Aufgrund dieser Vorliebe werden besonders alte Büffel auch „Dagga Boys“ – „Matsch-Jungs“ genannt.
  • Wenn sie nicht gerade miteinander kämpfen oder fressen, sind Büffel stets in Alarmbereitschaft, um ihre Familie zu beschützen. Sie sind die wohl schreckhaftesten Tiere dieser Größenordnung. Raubtiere haben es mitunter sehr schwer, Büffel zu jagen – es braucht definitiv mehrere Löwen, um einen erwachsenen Büffel zu erlegen.

big 5 büffel

5. Big 5 – Leoparden:

  • Der Leopard ist die wohl am weitesten verbreitete Raubkatze in Afrika, aber ironischerweise diejenige, die am Schwierigsten zu finden ist.
  • Leoparden sind sehr schüchtern und verstecken sich gern. Zudem sind sie hauptsächlich nachtaktiv.
  • Leoparden sind sehr begabte Kletterer und da sie besser klettern können als alle anderen Raubtiere im Busch, schleppen sie ihre erlegte Beute oftmals in einen Baum, um das Festmahl nicht an andere Raubtiere zu verlieren.
  • Leoparden markieren ihr Territorium mit ihrem Urin – der nach Popcorn riecht! 

big 5 leopard

(Photo Credit: Elizabeth Bruce)

Was ist dein Lieblings Big 5 Tier in Afrika? Und hast du interessante Fakten, die du gern teilen möchtest? Dann ab damit in die Kommentare!